Straße im warmen Morgenlicht auf dem WEg nach Portugal

Abenteuer Portugal – Teil 1: Der Weg hierher

Wir sprechen schon sehr lange darüber auszuwandern – dieses Abenteuer Portugal hat sich leise angekündigt. Seit unserem Bali-Urlaub 2024 war es bei meinem Mann sehr deutlich zu spüren und als er mir auf der Straße – wir waren gerade unterwegs – sozusagen an den Kopf geworfen hat, er wolle einfach nur weg, wurde der Gedanke realer.

Wie alles begann

Der Gedanke, der nicht mehr verschwinden wollte

Zuerst war ich doch etwas schockiert und habe natürlich den Raum zwischen Reiz und Reaktion überhaupt nicht ausgenutzt. Ich sagte nur: „Das können wir doch nicht einfach so machen!“

Abenteuer Portugal - erste Eindrücke im Alltag zwischen Straße und Natur

Zwischen Schock, Kontrolle und der Frage nach Sicherheit

Heute weiß ich – klar können wir das machen! Aber für mich gehört schon eine gewisse Planung und Sicherheit dazu. Nicht nur das wohin, sondern auch, was dort in dem „neuen Land“ auf uns wartet (steuerlich, der Lebensstandard, Lebenshaltungskosten und auf was man sonst so achten sollte).

Entscheidungen im Außen

Nicht alles auf einmal – sondern auf Zeit

Irgendwann ging ich für mich zuerst den etwas kleineren Schritt – also nicht All in und wir sind weg -, sondern erstmal auf Zeit.

Gespräche im Büro und drei mögliche Wege

Bei mir im Büro sprach ich offen mit meinen Kolleginnen über das Thema und auf der Chefetage habe ich ebenfalls angefragt, wie sie zu dem Thema stehen. Denn für mich gab es drei Alternativen: Ich kann für die Zeit des „Ausprobierens“ remote arbeiten, ich lasse mich freistellen oder ich kündige. Als Startzeitpunkt hatten wir Dezember 2025 angepeilt und würden im Februar 2026 nach Deutschland zurückkommen.

Wenn Missverständnisse auftauchen – und sich klären dürfen

Zuerst dachte ich nach dem Gespräch, dass alles positiv sei und dann zog sich das Ganze. Die Entscheidung meines Arbeitgebers kam nicht und der Zeitpunkt, an dem wir starten wollten, rückte näher. Nachdem ich das Thema erneut angesprochen habe, stellte sich heraus, dass dort davon ausgegangen wurde, dass ich nach dem „Probezeitraum“ im März 2026 nicht mehr zurückkommen würde, sofern wir uns entscheiden würden, dass es Portugal sein soll. Ich war etwas betroffen, denn davon hatte ich nie gesprochen und es auch immer genau so kommuniziert. Aber scheinbar ist das zumindest bei meinem Arbeitgeber nicht angekommen. Nachdem sich alles aufgeklärt hat, bekam ich das GO!

Warum dieses Abenteuer Portugal für mich unausweichlich war

Meine Freude war riesig, denn für mich stand fest, selbst wenn es nicht genehmigt worden wäre, dann wäre ich gegangen.

Alltag erleben statt Urlaub machen

Warum? Weil ich es einfach für mich ausprobieren wollte. Ich wollte dieses Gefühl haben, wie der Alltag vor Ort in dem neuen Land ist und nicht Urlaub.

Der Weg nach Portugal

Am 30.11.2025 ging die Fahrt endlich los.

Angst, die nur im Kopf existierte

Ich hatte vor Monaten immer wieder geäußert,  dass ich noch nie im Ausland Auto gefahren bin und ich Angst davor hätte. Dabei ging es nicht allein um die Fahrt, sondern auch was unterwegs alles passieren könnte. Umso näher der Tag rückte, umso mehr realisierte ich, dass diese Angst nur in meinem Kopf stattgefunden hat. Mein Körper selbst, mein Nervensystem, hat nie darauf reagiert. Oh ja, welche Erkenntnis – die habe ich NKP zu verdanken.

Etappen, Mautpiepen und kleine Siege unterwegs

Ich habe von Anfang an auch klargestellt, dass ich die lange Strecke niemals in einem Rutsch fahren würde – denn nur ich habe einen Führerschein. Also haben wir bzw. mein Mann die Fahrt so geplant, dass wir tagsüber unterwegs waren und abends in einem Hotel übernachtet haben.

Es wurde ein Gerät an meiner Windschutzscheibe angebracht, wo ich auf den Autobahnen nicht anhalten musste, um die Maut zu bezahlen. Erst war ich auch hier unsicher, ob das auch wirklich alles funktioniert. Aber beim ersten Piepen, jubelte ich im Auto wie ein kleines Kind. Also alles voll automatisch, denn es gibt dafür eine gesonderte Spur auf den Autobahnen in Frankreich, Spanien und Portugal.

Die erste Strecke fuhren wir aber komplett noch in Deutschland, übernachteten in Neuenburg am Rhein und am nächsten Tag ging es weiter bis Bordeaux. Die dritte Etappe fuhren wir dann bis Grimaldo, Cáceres in Spanien und am nächsten Morgen ging es dann weiter bis zu unserem Zielort in Parchal in Portugal.

Abenteuer Portugal - unterwegs auf dem Weg in ein neues Leben

Ankommen – äußerlich und innerlich

Wenn ich das hier so schreibe, dann denke ich nur – das hast du echt gut gemacht. Du bist souverän gefahren und hast alles ohne Angst gemeistert.

Unterstützung, Dankbarkeit – und mein eigenes Wachstum

Dabei bin ich auch dankbar, dass mein Mann mich bei allem unterstützt – er gibt mir oft die Restsicherheit, die ich benötige.

Gerade stelle ich fest, dass ich für diese Sicherheit, die er mir gibt, wirklich dankbar bin – sie ist jedoch ein Anker, denn ich würde alles auch allein schaffen. Das soll jetzt nicht abwertend sein, sondern einfach nur eine Feststellung, dass es so ist. Denn umso mehr ich mir selbst vertraue, umso weniger bin ich auf solche Anker angewiesen. Sie sind so was Gutes und auch sinnvoll – gerade um es einfacher zu machen.

Winter in Portugal – Sonne, Regen und neue Perspektiven

Das Wetter während der Fahrt war auch gnädig mit mir – es regnete zwar unterwegs, aber der Sonnenschein, der uns in Portugal empfangen hat, entschädigt für alles.

Ich merke jedoch gleich noch an, dass es auch in Portugal Winter ist, die Temperaturen sind jedoch gemäßigt und eher wie bei uns im Frühjahr oder Herbst. In der Sonne ist es schon recht warm – T-Shirt-Wetter eben, aber es gibt auch Tage, da regnet es die ganze Zeit. Danach ist es hier nicht so grau wie in Deutschland, sondern die Sonne scheint dann wieder. Ich finde es herrlich und wenn ich an das jetzige Wetter (ich schreibe dies am 10.01.2026) in Deutschland mit dem vielen Schnee denke, dann bin ich froh hier zu sein.

Hafen in Portugal am Abend - Ruhe und Weite nach einem Tag

Mein Alltag in Portugal

Wie sieht mein Alltag nun hier aus? Ich stehe jeden Morgen auf, gehe zur Arbeit – natürlich nur zum Schreibtisch – und zum Feierabend erledigen wir dann Einkäufe, gehen spazieren oder tun einfach gar nichts.

Arbeiten im deutschen Rhythmus

Meine Arbeitszeiten gleichen denen in Deutschland, also sitze ich hier eine Stunde früher am Schreibtisch und habe eine Stunde früher Feierabend. Sozusagen habe ich dann noch viel vom Tag.

Müdigkeit, Körper und Anpassung

Ja hätte ich, wenn ich nicht so oft von Müdigkeit übermannt werden würde. Ob das an der Zeitverschiebung liegt? Ist doch nur eine Stunde und als wie hier Urlaub gemacht haben im vergangenen Jahr, da hatte ich damit keine Probleme. Ich kann das noch nicht ganz beurteilen. Denn einerseits haben wir den deutschen Rhythmus und auf der anderen Seite die portugiesische Zeit.

Mein Alltag in Portugal - Frühstück und ruhiger Start  in den Tag

Ein offener Prozess

Ich lasse mich überraschen, wie sich die nächsten Wochen weiter entwickeln werden. Wobei ich bereits jetzt sagen kann, dass es bereits besser geworden ist bis auf die Wechseljahresbeschwerden. Das ist nur ein anderes Thema, vielleicht erzähle ich da auch irgendwann etwas mehr davon.

Es wird auch in der nächsten Zeit immer mal eine Ergänzung oder einen neuen Beitrag über mein Abenteuer Portugal geben.

Meer in Portugal im Winter - Kraft, Weite und Bewegung

Comments

Eine Antwort zu „Abenteuer Portugal – Teil 1: Der Weg hierher“

  1. Kerstin

    Wunderbar geschrieben und auch sehr interessant. Ich bin gespannt auf weitere Ergänzungen oder auch neue Beiträge.

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